Presse

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Mein Bezirk – 09. Mai 2017

Ein Fest für den musikalischen Jahresregenten

[...] Der Name ist bekannter als sein Werk: Nur wenige der unglaublichen Vielzahl an Kompositionen von Georg Philipp Telemann sind – auch interessierten – Hörern bekannt. Bei den Tiroler Barocktagen waren am vergangenen Sonntag in der Wallfahrtskirche Götzens Motetten und eine Sonata des Jahresregenten – er verstarb vor 250 Jahren – zu erleben. Dirigent Wolfgang Kostner hatte für seine Ensembles eindrucksvolle Beispiele der Kunstfertigkeit des deutschen Wegbereiters der Klassik gewählt. Das vokalensemble NovoCanto und die Tiroler Barockinstrumentalisten überzeugten in gewohnt professioneller Manier: klangschön, ausdrucksstark und hochengagiert in jeder Phase des Konzertes. NovoCanto demonstrierte seine Strahlkraft bei den Chor-Orchesterwerken und seine intime Homogenität bei innigen a-capella Werken und komplexen Doppelchor-Kompositionen. Ulli Engel an der Spitze der Barockinstrumentalisten führte das Ensemble mit viel Elan: Effektvoll, mit viel Geschmack, bildete eine Sonata in D den instrumentalen Mittelpunkt des Konzertabends. Berechtigt großer Applaus des bis auf den letzten Platz gefüllten Kirchenraumes für eine wahrlich glanzvolle Demonstration barocker Perlen mit Seltenheitswert.“ [...]

 

 

Mein Bezirk - 24. April 2017

Halbzeit bei den Tiroler Barocktagen

[...] Genauso spannend gestaltete sich das Programm für das zweite Konzert am vergangenen Sonntag, bei dem einer der gegenwärtig prägendsten Chorspezialisten Europas, Howard Arman, junge heimische Vokalsolisten für das erste Opernoratorium der Geschichte instruierte. Gemeinsam mit den Tiroler Barockinstrumentalisten brachte er Cavalieris „Rappresentatione di anima et di corpo“ aus dem Jahre 1600 zur Aufführung. Der international tätige Howard Arman, aktuell Chordirektor beim Bayrischen Rundfunk, kehrte für ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Projekt nach Tirol zurück, um mit klangschönen, jugendlichen, heimischen VokalsolistInnen zu arbeiten und gleichzeitig vom Cembalo aus die Tiroler Barockinstrumentalisten zu dirigieren. Das Publikum in der vollbesetzten Kirche zeigte sich dann auch enthusiastisch über den innovativen und hochqualitativen Konzertabend. [...] 

 

Tiroler Tageszeitung - 25. April 2017

Junge Stimmen erleben Frühbarock

[...] Arman erweiterte das Stück durch Ritornelle und auch eine Sinfonie; das aus dunklem Grund aufgebaute Orchester der Tiroler Barockinstrumentalisten entsprach in kleiner Besetzung. Die Solisten [...] gaben, von den Instrumenten gut unterstützt und stimmig eingebettet, im vokalen wie stilistischen Einsatz ihr Bestes. [...]

 

 

Tiroler Tageszeitung - 14. März 2017

Launiger Opernabend, der gefiel

Am vergangenen Sonntag begleitete das Orchester der Tiroler Barockinstrumentalisten einmal mehr Jakob-Stainer-Preisträger im Konzert. Dabei brillierten iim Congress Innsbruck das Ehepaar Maria Erlacher und Markus Forster als spielfreudige und stimmgewaltige Protagonisten in einer neu erdachten Oper nach der Musik von Georg Friedrich Händel. Das zahlreiche Publikum [...] spendete tosenden Applaus [...] und zeigte sich begeistert vom innovativen und schlüssigen Gesamtkonzept, detailreich erstellt von der deutschen Regisseurin Mareike Zimmermann und musikalisch stilsicher geleitet von Wolfgang Kostner. [...]


Tiroler Tageszeitung - 14. März 2017

Reichlich Händel im Eheleben

Ein Ehepaar spielt ein Ehepaar. Das geht gut, wenn die Beziehung für Wissende unterschwellig und der Autor Sieger bleibt. Das ging bei Maria Erlacher und Markus Forster gut, weil die private Befeuerung spürbar war, aber in der professionellen Darstellung aufging. [...] Und noch ein Verbündeter. Wolfgang Kostner an der Spitze der prominent besetzten Tiroler Barockinstrumentalisten, die nach der Ouverture - sie verwischte etwas in den eiligen Teilen - sich mit Musik aus "Almira" vortrefflich einbrachten; klanglich ausgewogen und mit ebenso wirkungsvollen wie sängerfreundlichen Tempi. Erlacher/Forster steht Händel prächtig. Ihr Sopran wird reifer, runder, wärmer und verschmilzt mit dem Kristall seines Counters. Die Duette u.a. aus "Rodelinda", "Rinaldo", "Orlando" und ein "Giulio Caesare"-Quotlibet ergaben zärtliche und heftige Szenen einer Ehe, die ohne Aufwand vom Zimmermann inszeniert und vom Sängerpaar gefühlvoll und selbstironisch gesungen und dargestellt wurden. Eine Eigeninitiative, die die Szene belebt.


Kronen Zeitung - 14. März 2017

Vergnügliches Pasticcio aus Händel-Arien am Sonntag im Innsbrucker Congress: Szenen einer bewegten Sänger-Ehe

Was für eine gute Idee: Die Regisseurin Mareike Zimmermann animierte das Sängerpaar Maria Erlacher und Markus Forster dazu, auf der Bühne intime Einblicke ins eheliche Leben zu geben. Die beiden Jakob-Stainer-Preisträger gestalteten mit Unterstützung der Tiroler Barockinstrumentalisten unter Wolfgang Kostner ein vergnügliches Pasticcio aus Händel-Arien. [...] Maria Erlacher und Markus Forster erwiesen sich als stimmlich brillante, bestens disponierte Komödianten mit Virtuosität und Spielwitz, herrlich homogen in den Duetten und profiliert in den Soli. Mareike Zimmermann hat ein Gespür dafür, wie man mit sparsamsten Mitteln Effekt erzielt. Die Tiroler Barockinstrumentalisten erfreuten mit Instrumentalem aus Händels Opernerstling Alcina und begleiteten animiert, spielfreudig, beherzt - wenn auch nicht immer ganz präzise. [...]


Chor Tirol - Juni 2016

NovoCanto auf Tour: Johannes-Passion 

Bestechend der Deutsche Markus Schäfer, Inbegriff eines Evangelisten. Nicht weniger stimmgewaltig Thomas Stimmel, der die Rolle des Pilatus ebenso überzeugend ausfüllte wie jene des Jesus. Die Amerikanerin Andrea L. Brown wurde ihrem Ruf als eine der gefragtesten Sopranistinnen für das Oratorienfach voll gerecht, nicht weniger klangschön der junge Steirer Friedolin Obersteiner als Altus. Dirigent Wofgang Kostner vernetzte die Mitwirkenden feinfühlig miteinander und war entscheidend mitverantwortlich für ein hochemotionales Konzerterlebnis.


Dolomiten – 20. Mai 2016

Bozner Komponist neu entdeckt

[...] Von ebenso überzeugender Qualität waren die Ausführenden. Melanie Hirsch machte den Anfang mit einer marianischen Motette und überzeugte mit einem strahlenden und mühelos die Höhen erklimmenden Sopran. Mit Leichtigkeit setzte sie die geforderten Koloraturen, gestaltete die Rezitative und Arien mit interpretatorischer Reife und weckte die klangliche Begierlichkeit, sie wieder einmal in unseren Landen zu hören. Von gleichem musikalischen Zuschnitt war die Altistin Ursula Eittinger, die sich auf die unbekannte Musik mit Engagement einließ und mit ihrem warmen Timbre ein wohltuendes klangliches Gegenüber schuf. Der junge Tiroler Bassist Michael Kranebitter mit einer schon beachtlichen musikalischen Biographie wurde dieser auch gerecht und gestaltete seinen Part mit musikalischer Überzeugung und sängerischer Finesse. Die musikalische Begleitung gehörte zu den Tiroler Barockinstrumentalisten, die sowohl in den beiden Geigen als auch beim Continuo ein sehr hohes Niveau hinlegten. Mit spürbarer Spielfreude und zupackerischer Lebendigkeit waren sie von der Empore zu hören, von der aus musikalisch agiert wurde, angeleitet von dem aus dem Vinschgau stammenden jungen Kirchenmusiker Marian Polin, der eben seine Studien an der Musikhochschule in Wien abschloss. Der Abend war eine wahre Entdeckung: von Seiten des Komponisten wie der Ausführenden.


Die Neue Südtiroler Tageszeitung – 11. Mai 2016

Wer war Vigilius Blasius Faitelli?

[...] Die Tiroler Barockinstrumentalisten kümmerten sich mit Engagement um ihren vergessenen Sohn der Heimat. Die beiden geigen spielten mit musikalischer Fabulierlust die spritzigen und immer wieder neuen Themen, die dann allerdings vom Komponisten nicht immer in aller Konsequenz zu Ende geführt wurden. [...] Hervorragend die beiden Sängerinnen: Melanie Hirsch hat einen überzeugenden, makellos intonierenden Sopran und reißt durch ihre virtuosen Koloraturen ihre Mitmusizierenden mit. Ursula Eittinger steht mit ihrem geschmeidigen und wohligen Alt ihrer Kollegin in nichts nach, gestaltet Rezitative deklamatorisch interessant und liefert die von ihr geforderten technischen Läufe virtuos ab. [...] Der vokale Tiroler Hoffnungsträger Michael Kranebitter weist schon eine internationale Karriere auf. Auch von ihm wird viel gefordert und seine lobenswerte Interpretation beweist die Vielseitigkeit seiner künstlerischen Aussagekraft.  [...] Marian Polin, der an der Ghilard-Orgel seinen Continuopart musizierte, stand wachend über allem musikalischen Geschehen und setzte mit zwei Fugen des Böhmen Johann Zach, die sich in den Klöstern Marienberg und Wilten befinden, wahrlich einen musikalischen Kontrapunkt. Während Faitelli Lebens- und Glaubensfreude vermittelt, wirkt Johann Zach akademisch und streng. Zwei trockene Fugen, klassisch gebaut und verarbeitet, phrasiert Marian Polin konsequent und akustisch gut durchhörbar. [...]


Mein Bezirk – 1. Mai 2016

Nur scheinbar verbarg sich hinter dem Titel „Mozärtlich“ ein unbeschwert netter Konzertabend in der Wallfahrtskirche Götzens. Die Tiroler Barocktage hatten zum dritten Konzert der Saison gleich "ein ganzes Heer an studentischen Künstlern" aufgeboten. Die vereinten Chöre der Pädagogischen Hochschule Tirol und der Universität Innsbruck zeigten unter der Leitung von Georg Weiß, wie ernsthaft die jungen Stimmen mit dem frühen Sakralwerk Mozarts umzugehen wissen: Textausgedeutet, klangschön-homogen und stilsicher phrasiert entfalteten die motettischen Kleinode und die Piccolomini-Messe ihre ungekünstelte Schönheit. Unterstützt wurden die leistungsstarken Chöre dabei von den Tiroler Barockinstrumentalisten, die feinfühlig und wendig die Vokalwerke begleiteten und ihre hohe Stilkompetenz auch in einer der wunderbaren Kirchensonaten demonstrierten. Stimmigkeit auch bei den Solisten: Die unverbrauchten, souverän gestaltenden Stimmen von Johanna Kapelari (Sopran), Eva Schöler (Alt), Wilfried Rogl (Tenor) und Sebastian Mair (Bass) hatten jenen Charme, den man sich für das frühklassische Œuvre erwartete. Treffsicher auch die bereichernde Einleitung durch Theologieprofessor Roman Siebenbrock. Das bestbesuchte Konzert erntete berechtigt großen Applaus. 


Mein Bezirk – 9. Mai 2016

Hochkarätiges Finale der Barocktage

Im letzten Konzert der diesjährigen Reihe wurden die Barocktage ihrem eigenen Auftrag und Anspruch einmal mehr gerecht: Herausragende internationale Solostimmen, ein exquisites heimisches Orchester und wiederentdeckte, hochspannende Musik aus Tirol.

Zum Muttertag erklangen in der Wallfahrtskirche Götzens Solomotetten des Südtiroler Komponisten Vigilius Blasius Faitelli: Hochvirtuose, raffinierte und farbenreiche (marianische) Sakralwerke des 18. Jahrhunderts, die für das Damenstift in Hall geschaffen worden waren. Auf Impuls des Leiters der Musikabteilung der Tiroler Landesmuseum, Dr. Franz Gratl, wurden diese Werke nun gehoben und zu neuem Leben erweckt. Wie sehr sich die Ausführenden mit den sprühenden Werken identifizierten, war aus dem Konzert, das mit tosendem Applaus bedacht wurde, deutlich herauszuhören. Der Sopran von Melanie Hirsch jubilierte mit charmanter Leichtigkeit, Ursula Eittingers Alt erfüllte im weiten Ambitus alle Anforderungen mit Klangtiefe und Esprit gleichermaßen und der Tiroler Bass Michael Kranebitter zeigte beherzt seine wohltimbrierte Wendigkeit. Glänzend disponiert und hochengagiert waren die Tiroler Barockinstrumentalisten: Klangschön homogen, technisch brillant und detailreich in der Interpretation betteten die Musiker die Solisten unaufdringlich, aber impulsgebend in ein stilistisches Wonnebad. Der junge Organist Marian Polin – designierter Kirchenmusiker an der Jesuitenkirche Innsbruck – reicherte das Konzert mit erstaunlich modernen Fugen von Jan Zach an.


Tiroler Tageszeitung - 18. März 2016

Das vokalensemble NovoCanto überzeugte mit Bachs Johannes-Passion: Eine Passion mit Leidenschaft 

Nach Konzerten in Süd- und Osttirol beschloss das heimische vokalensemble NovoCanto seine Tirol-Tour mit Bachs Johannes-Passion kürzlich im Congress Innsbruck. Dabei gab die spielfreudige und stilistisch versierte Neue Hofkapelle Graz auch ihr Tirol-Debüt. Dirigent Wolfgang Kostner hat mit Andrea Lauren Brown, Friedolin Obersteiner, Markus Schäfer und Thomas Stimmel hochkarätige internationale Gesangsolisten für das imposante Werk geladen, die dann auch restlos zu überzeugen wussten. Sichtlich in der Seele angerührt ob der tierempfundenen Aufführung zeigte sich da auch die Besucherschar […].


Krone - 16. März 2016

Johann Sebastian Bachs Johannespassion Montag Abend im Innsbrucker Congress: Packendes im falschen Raum

Unter der Leitung von Wolfgang Kostner war Montag Abend im Innsbrucker Congress Johann Sebastian Bachs Johannespassion in einer niveauvollen Interpretation zu erleben: Erstklassige Solistinnen und Solisten, ein formidabler Chor und ein gutes Orchester sorgten für eine spannungsreiche Aufführung, die ein stimmungsvolleres Ambiente verdient hätte als den hell erleuchteten Saal Tirol.

Mit dem Einleitungschor machte Wolfgang Kostner deutlich, in welche Richtung seine Interpretation der Johannespassion ging: Er wählte ein zügiges Tempo und einen dramatisch zupackenden Gestus. Die ganze Dramaturgie der Passion war darauf ausgerichtet, das Vorwärtsdrängen der Handlung zu betonen. Markus Schäfer ist einer der erfahrensten Evangelisten überhaupt: Diese Vertrautheit mit dem Part spürte man in jeder Phrase, er ließ keine Wünsche offen und begeisterte mit seinem Einfühlungsvermögen. Auch in den Arien fand er zu einer Ausdruckstiefe, die berührte. Thomas Stimmel verlieh der Jesus-Partie Würde und setzte seine edle Bassstimme sehr kultiviert ein. Auch die stimmliche Beweglichkeit für die Golgotha-Arie bot er mühelos auf. Die Freude an Andrea Lauren Browns klangschönem Sopran wurde durch ihre etwas unangemessene Gestik ein wenig getrübt, doch an Textdeutlichkeit und Ausdrucksstärke stand sie ihren Kollegen um nichts nach. Friedolin Obersteiner führte seine schön timbrierten Countertenor sicher, nur die Koloratursicherheit für den Mittelteil der „Es ist vollbracht“-Arie ließ er missen. Die Neue Hofkapelle Graz ist ein Ensemble mit sehr vielen jungen Musikerinnen und Musikern. Die Gäste spielten engagiert und musizierten auf hohem Niveau, lieferten aber nicht wirklich eine schlüssigen Begründung dafür, dass Wolfgang Kostner nicht auf seine Tiroler Barockinstrumentalisten und damit auf heimische Kräfte zurückgriff. Michael Hell am Orgelpositiv zeigte im Verbund mit Thomas Platzgummer ausgesprochenen Eigenwillen und setzte schöne Akzente. Eine großartige Leistung lieferte Kostner Chor NovoCanto. So beweglich und textdeutlich, so fein und innig wünscht man sich die Johannespassion, so differenziert die Interpretation der Choräle - irritierend wirkte nur das Ambiente und die Unterbrechung der Aufführung durch eine Pause.
 

Tiroler Tageszeitung - 2. November 2015

Den Himmel auf die Erde geholt

Den Himmel ein wenig auf die Erde geholt hat die Chorgemeinschaft NovoCanto im Rahmen zweier Festkonzerte in Telfs und Innsbruck zum 15-Jahr-Jubiläum des Chores. Das Jubiläum war für Wolfgang Kostner, den Leiter des Chors, Grund genug, das Dirigat keinem Geringeren als Howard Arman zu übertragen. [...] Dass der vielzitierte Blick durch das Fenster in eine andere Welt dermaßen einen Weitblick ermöglichte, lag nicht zuletzt an einer grandiosen Chorarbeit und den in allen Belangen stimmsicheren 22 Sängerinnen und Sängern. Nur winzigste Intonationstrübungen versicherten den Zuhörern, dass es sich um irdische Sänger und nicht um eine Engelsschar handelte. Sonst wortnah, plastisch, homogen im Zusammenklang dargeboten, war es wohl jene höchste Chorkunst, die man geistig nicht erfasst, die sich aber über Emotionen als glückseligmachendes Erlebnis erschließt. Das war kein Betrachten eines Repertoires durch die Brille zeitgenössischer Möglichkeiten, sondern der gelungene Versuch, dem riesigen Klangpanorama der Renaissance in all seinen visionären Facetten und musikalischen Farben Kontur zu geben. Dass es aber auch in moderner Tonsprache möglich ist, religiöse Intentionen der Renaissance zu verfolgen, zeigte die Zugabe "Faire is the Heaven" von William Henry Harris. 


Singende Kirche - Juni 2015

"Made in Germany" bei den Tiroler Barocktagen in der Wallfahrtskirche Götzens

[...] Beim Auftaktskonzert zur Fastenzeit am 22.3.2015 wurde das vokalensemble NovoCanto unter Wolfgang Kostner zum eigenen 15-jährigen Jubiläum mit Schütz' Musikalischen Exequien und sechsstimmigen thematischen Motetten dem Ruf als Tiroler Vorzeigechor gerecht. Kraftvoll und stilistisch versiert, mit den Solisten aus den eigenen Reihen, zelebrierten die Sänger, unterstützt durch eine farbige Continuo-Gruppe und verstärkt durch Zinken und Posaunen, die Musik Schütz' in venezianischer Klangpracht. [...]


Tiroler Krone – 05. Juni 2015

Eine geschärfte Dramatik

[...] Dramatisch geschärft, kontrastreich und zügig erklang das Requiem in Götzens: Das Werk beeindruckt auch so, es braucht keinen Weihrauch, keine romantische Süßlichkeit. Mozart sah es ja auch gewiss nicht als Endpunkt, wie Wolfgang Kostner richtig ausführte, sondern als Aufbruch zu einem neuartigen Kirchenstil. Dieses Requiem wirkte auch gar nicht jenseitig, sondern manchmal geradezu trotzig aufbegehrend, pathetisch und majestätisch. Dass die Tiroler Barockinstrumentalisten bei den von Wolfgang Kostner gewählten, auffällig rasanten Tempi, an ihre Grenzen kamen, war hörbar, aber der positive Eindruck des akzentuierten und detailreich ausgearbeiteten Spiels überwog. Der exzellente Chor meisterte die schnellen Passagen bravourös und gestaltete auch die Ruhepunkte mit einem schönen Chorklang, der dann auch in der Zugabe, dem ideal in die Fronleichnamszeit passenden „Ave verum“, wunderbar zum Tragen kam. Das Solistenquartett war aus vier sehr individuellen Sängerpersönlichkeiten zusammengesetzt, die trotzdem ein sehr homogenes Ensemble bildeten: Susanne Langbeins strahlender, charaktervoller Sopran harmonierte sehr gut mit Marija Jokovics farbenreichem und flexiblem Alt, Tenor Markus Schäfer bewies seine innige Vertrautheit mit der Tenorpartie und Andreas Mattersberger markanter Bass bildete ein solides Fundament. [...]


Tiroler Tageszeitung – 02. Juni 2015

Berührt, begeistert, beeindruckend

[...] Kein Wunder, dass die Wallfahrtskirche den Ansturm an Besuchern bei Weitem nicht fassen konnte, waren doch die Ausführenden mit dem vokalensemble NovoCanto, den Tiroler Barockinstrumentalisten und den Solisten Susanne Langbein, Marija Jokovic, Markus Schäfer und Andreas Mattersberger delikatest besetzt. Berührt, beeindruckt und begeistert, auch vom Dirigenten Wolfgang Kostner, zeigten sich u.a. die Ehepaare Fischler und Töchterle. [...]


Tiroler Bezirksblätter – 02. Juni 2015

Mozart-Requiem zum finalen Neururer-Gedenkfeier-Höhepunkt

[...] Mit dem vokalensemble NovoCanto und dem Orchester der Tiroler Barockinstrumentalisten waren zwei heimische Ensembles mit überregionaler Reputation mit der Herausforderung betraut. Dirigent Wolfgang Kostner hatte sich mit Susanne Langbein, Marija Jokovic, Markus Schäfer und Andreas Mattersberger ein internationales und besonders delikates Solistenquartett geladen. Dass das Konzert zur echten musikalischen Feierstunde wurde, lag an der tiefempfundenen Interpretation des epochalen Werkes. Der Chor zelebrierte klangintensiv alle Schattierungen der textlichen und kompositorischen Dramatik und hatte im glänzend disponierten Orchester einen ebenbürtigen Partner, der in jeder Phase des Konzertes die entsprechenden Farben zu zaubern wusste. Die Solisten wurden ihrer Reputation vollends gerecht und machten mit hoher Intensität deutlich, was Mozart mit einem „pathetischen Kirchenstil“ verstanden wissen wollte. Spätestens bei der Zugabe, dem „Ave verum“, waren Ausführende und Publikum zur innigen Einheit verschmolzen. [...]


Tiroler Bezirksblätter - 25. März 2015

Schütz surround: Deutschland zu Gast in Götzens

[...] Dem Konzerttitel „Schütz surround“ wurden die Ausführenden dann auf vielerlei Arten gerecht, indem sie den Kirchenraum von verschiedensten Position aus zum Klingen brachten. Der Tiroler Vorzeigechor NovoCanto zeigte sich dabei gewohnt leistungsstark und klangintensiv. Die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem so differenziert gestalteten Programm bestätigten auch die „Tiroler Barockinstrumentalisten“. Zinken und Posaunen als Colla-parte-Instrumente verliehen den Chorwerken einen venezianisch-prächtigen Klang, während die farbige Continuo-Gruppe in jeder Phase des Konzertes die durchwegs ausdrucksstarken Solisten zu stützen wusste. Souverän und feinfühlig führte Dirigent Wolfgang Kostner seine Musiker durch die komplexe Klangwelt von Heinrich Schütz. Die Zuhörer in der voll besetzten Kirche dankten mit minutenlangen Ovationen für die erfüllende Konzertstunde. [...]


Tiroler Krone - 24. März 2015

Musikalischer Leckerbissen

[...] Geschickt nutzte Wolfgang Kostner den Kirchenraum, verteilte die Klanggruppen in mehrchörigen Motetten und platzierte im raumgreifenden Schlussstück der Exequien die Soli, die ja die Rolle einer Stimme „von oben“ haben, auf der Orgelempore. [...] Wunderbar ausbalanciert und kontrastreich in der Gegenüberstellung der (von Chormitgliedern versiert gesungenen) Soli mit den klangprächtigen Tuttipassagen erklangen „Kyrie“ und „Gloria“ sowie die Motette „Herr, wenn ich nur dich habe“ aus den Exequien. Den Continuo und die Tuttiverstärkung mit Zinken und Posaunen besorgten gemäß dem Konzept der Tiroler Barocktage ausschließlich Tiroler Musikerinnen und Musiker – mit großer stilistischer Souveränität. Der Chor begeisterte als homogenes, klangschönes Kollektiv junger Stimmen und erfahrener ChorsängerInnen. NovoCanto präsentierte eine eindrucksvolle und einfühlsame Interpretation der Musikalischen Exequien, begeisterte mit ausgefeilter Textgestaltung und glasklarer Diktion – und berührte mit solchen Perlen der Chorliteratur wie zum Beispiel „Selig sind die Toten“ und „Das ist je gewisslich wahr“. [...]


Tiroler Tageszeitung - 24. März 2015

Große Kunst, entstanden aus dem Leid

 [...] Die Ausdruckskraft der harschen Tonartkontraste, die vertrackte Rhythmik, die rhetorische Kraft dieser Musik sind eine Herausforderung. Dieser stellten sich das Vokalensemble NovoCanto und die Tiroler Barockinstrumentalisten unter der Leitung von Wolfgang Kostner am Samstag in der Stadtpfarrkirche Landeck und am Sonntag in der Wallfahrtskirche Götzens. [...] In den vergangenen 15 Jahren haben sich Chor und Orchester wiederholt mit dem Werk von Schütz auseinandergesetzt. Im Verein mit einer Basso Continuo Gruppe, mit Zinken und Posaunen als Colla-parte-Instrumente, huldigte man auf Basis einer sehr differenzierten Instrumentierung dem venezianischen Klang. Der ergänzende Bläsersatz stammt aus der Feder Kostners und Schütz hätte wahrlich seine Freude daran. Rhetorische Prägnanz und differenzierte Auslotung der satztechnischen wie der klangfarblichen Vielfalt dieser großartigen Musik lag bei Kostner in besten Händen. Er lenkte die Sänger und Musiker mit sicherer Hand und schaffte dabei mit großer Ruhe klare Konturen. Dicht und klangschön entfaltete NovoCanto jenes Maß an bewegender Expressivität, der es bedarf, Schütz’ einzigartiger Kunst erfahrbar zu machen. 


Tiroler Krone - 30. August 2014

Hommage an 1685er

[...] Die Choralzitate und zahlensymbolischen Bezüge auf Choräle, die die deutsche Musikwissenschaftlerin Helga Thoene in Bachs d-Moll-Chaconne aufspürte, standen im Mittelpunkt eines dramaturgisch schlüssigen Programms mit Sätzen aus der d-Moll-Violinpartita, ausdrucksvoll und klangsinnlich interpretiert von Jolanta Sosnowska, Bach-Chorälen, fein modelliert und textdeutlich vorgetragen vom Vokalensemble NovoCanto unter Wolfgang Kostner, und Orgelchorälen, vielfarbig und lebendig gespielt von Charlotte Marck. Den Höhepunkt dieser fast einstündigen Meditation bildete die Verknüpfung der d-Moll-Chaconne mit den von NovoCanto überzeugend eingewobenen Choralzitaten – die These von Helga Thoene, das Stück sei eine Trauermusik für Barbara Bach, wurde so in einem hochexpressiven Klangexperiment verdichtet. [...]
 

Tiroler Tageszeitung - 30. August 2014

Wandeln zu neuen Hörerfahrungen

[...] Das Johann-Sebastian-Bach-Konzert im Dom wird im Gedächtnis bleiben. Einzelsätze der Violinpartita in d-Moll, BWV 1004, fesselnd subtil gespielt von Jolanta Sosnowska, standen Chorälen und Orgel-Choralvorspielen gegenüber, die – wissenschaftlich akribisch entschlüsselt – Bach als Trauermusik in die Chaconne der Partita verwob. Und genau das machten das Ensemble NovoCanto (Leitung: Wolfgang Kostner) und die Geigerin simultan faszinierend hörbar. Der Chor schien Konzentration, Klang und Transparenz aus der Mystik dieses Erlebnisses zu ziehen. [...]
 

Tiroler Krone - 19. Mai 2014

Die Musik aus der Nachttruhe

[...] vokalensemble NovoCanto & Bläserensemble des Ferdinandeums begeistern.
Mit überraschend schöner Musik von Jakob Schgraffer (1799-1859) und Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Josef Netzer klangen am Sonntag Vormittag die diesjährigen „Tiroler Barocktage“ aus. In der Pfarrkirche Götzens beeindruckten das „vokalensemble NovoCanto“ und das „Bläserensemble des Ferdinandeums“. [...] Kompakt, ausbalanciert und prägnant das „vokalensemble NovoCanto“ [...].

Mein Bezirk - 12. März 2014

Ovationen für Ausführende beim Händel-Konzert

[...] Das heimische vokalensemble NovoCanto, das ungarische Barockorchester Capella Savaria sowie die Solisten Maria Erlacher, Markus Forster, Bernhard Berchtold und Andreas Mattersberger boten unter dem Dirigat von Wolfgang Kostner eine echte Glanzleistung und ernteten dafür langhaltenden Applaus und Bravo-Rufe des begeisterten Publikums im ausverkauften Saal. [...]

 

Tiroler Tageszeitung - 12. März 2014

Himmlisch karitative Klänge

[...] Am vergangenen Sonntag ließ sich der restlos ausverkaufte Saal Innsbruck im Congress von den himmlischen Klängen aus den stimmenstarken Kehlen des heimischen „vokalensembles NovoCanto“ begeistern. [...]

 

Tiroler Tageszeitung - 11. März 2014

Halleluja kommt auch leise an

[...] Bei der bekanntesten Nummer des Oratoriums, dem Halleluja-Chor, der hier so gar kein Brüllstück ist, sondern subtil ausgestaltet wird, war das im Saal Innsbruck des Congress’ am deutlichsten abhörbar. Klar machte Kostner auch, dass seine englischsprachige Aufführung zwischen Vokal- und Instrumentalpart austariert und dem „italienischen Händel“ fern sein sollte.

Die Vokalisten waren dem Orchester überlegen, sie brachte Kostner zu Höchstleistungen. Das Vokalensemble NovoCanto sang großartig, virtuos und berührend. [...]

 

Online Musik Magazin (omm.de) - 20. August 2013

[...] Besonderes Lob gebührt neben dem Pavillion Ensemble, das unter Piers Maxim zu einer eindringlichen barocken Klangsprache findet, vor allem dem Vokalensemble NovoCanto, das als Hirten den ersten und als Diener den zweiten Teil des Abends musikalisch und szenisch begleitet. Mit großer Spielfreude lassen die acht Sängerinnen und Sänger während der Instrumentalphasen keine Langeweile aufkommen und begeistern musikalisch durch die Klangvielfalt ihrer Stimmen. Dies wird vor allem im Abschlusschor "With drooping wings ye Cupids come" deutlich, wenn sie nach Didos Tod die Liebesgötter auffordern, das Grab der Königin mit Rosenblättern zu bestreuen und auf ewig Wache dort zu halten. Die eindringliche Interpretation des Chors, der sich dabei in mehrere Solostimmen auflöst, wirkt nach diesem Abend noch lange nach und dürfte seinen Anteil an dem frenetischen Applaus haben, mit dem das Publikum am Ende der Aufführung alle Beteiligten überschüttet.

Tiroler Kronenzeitung - 16. August 2013

Barockoper jung begeistert. [...] Auch die jungen Sängerinnen und Sänger des kleinbesetzten Vokalensembles NovoCanto begeisterten solistisch wie chorisch, schauspielerisch wie sängerisch – und ihnen wurde wahrlich einiges abverlangt. [...]

Tiroler Tageszeitung - 16. August 2013

Wenn Göttin Venus Launen zeigt. [...] In kleineren Rollen bestens Einat Aronstein, Aurélie Franck, Danielle Rohr, Jeffrey Francis sowie, aus dem Vokalensemble NovoCanto, Thomas Köll, Philipp Meraner und Sebastian Mair. NovoCanto, achtstimmig besetzt und einstudiert von Wolfgang Kostner, bietet hinsichtlich Klang und Homogenität, eine Glanzleistung. 

Tiroler Krone - 21. Feber 2013

Prädikat – besonders hörenswert, Die Tiroler Barockinstrumentalisten begeisterten im Congress Innsbruck [...] "Klarinettist Peter Rabl, im Vorjahr mit der höchsten Landesauszeichnung für Verdienste um die Alte Musik geehrt, interpretierte Mozarts Referenzwerk auf dem historischen Instrument. Damit überzeugte er den restlos ausverkauften Saal mit wahrhaft meisterlichem Können. Das Prädikat "besonders hörenswert" durfte auch das heimische Originalklang-Orchester für sich beanspruchen. Das vorwiegend mit Tiroler Spezialisten besetzte Ensemble stellte der bekannten "Prager" Sinfonie ein selten gehörtes Orchesterwerk gegenber und heimste dafür lang andauernde Ovationen und Bravo-Rufe ein. Insider und Liebhaber der Alten Musik schwärmten über einen besonders beseelten Konzertabend." [...]

Tiroler Tageszeitung - 19. Feber 2013

Mozart haubenverdächtig zubereitet und serviert [...] "Allein die um ein Finale verlängerte Ouvertüre des Einakters besitzt alle jene "mozart'schen" Vorzüge, die man sich nur wünschen kann. Diesen Eindruck vermittelten die Tiroler Barock- instrumentalisten unter der Leitung von Wolfgang Kostner am Sonntag im Congress Innsbruck zum Auftakt der Mozart-Gala und machten Appetit auf mehr. Dieser Appetit wurde dann mit dem Konzert für Klarinette und Orchester in A, KV 622, bzw. der Prager Sinfonie No. 38 in D, KV 504, haubenverdächtig gestillt. Mozarts "Spätwerk", das Klarinettenkonzert, präsentierte sich unter der Sichtweise von Kostner als jugendlich frisches, flottes, farbenfrohes Stück, in dem die Bassettklarinette munter singt, augenzwinkernd gestikuliert, aber auch alle melancholischen Zwischentöne ausspielt. Die Frage, ob nun eine nach historischen Quellen rekonstruierte Bassettklarinette schöner klingt als moderne Instrumente, stellte sich bei Peter Rabl, dem Solisten des Abends, nicht. Stilsicher, kompetent in jeder Phase, melodische Nuancen subtil abwiegend, erübrigte sich die Diskussion. Auch bei der Prager Sinfonie stellte sich nicht die Frage, weshalb Kostner dieses oder jenes Tempo anschlug. Mit sicherem Instinkt für das richtige Musizieren ausgestattet, fügten die Tiroler Barockinstrumentalisten die Themen in sich stimmig zusammen. Esprit und Natürlichkeit wurden dem Anspruch eines Mozart-Abends in jeder Beziehung gerecht." [...]